WordPress Seite umziehen ohne Plugin

Es ist soweit, deine WordPress Seite bekommt eine neue Domain oder muss auf einen anderen Server umziehen. Ich erkläre Dir hier, wie Du das ganz ohne Plugin schaffst und der Umzug problemlos abläuft.

Das Problem

Das Problem bei einem Domainwechsel oder einer Servermigration sind die URLs. WordPress speichert absolute Pfade in der Datenbank die das Hauptproblem darstellen. Das heißt, WordPress speichert z.B. sowas in der Datenbank:

https://example.com/wordpress-seite-umziehen-ohne-plugin

Eine bessere Struktur für einen Domainwechsel würde allerdings so aussehen:

wordpress-seite-umziehen-ohne-plugin

Dafür müsste WordPress eine BaseURL zusätzlich vor den Pfad hängen. Diese würde dann so aussehen:

https://example.com/

Die Lösung: Search-Replace-DB

Search-Replace-DB ist ein sehr gutes Tool um diese absoluten Links in der Datenbank ganz einfach umzuschreiben.

Download (GitHub)

Wenn Du nur wissen möchtest wie du das Tool einsetzt und Datenbank und WordPress Dateien bereits umgezogen hast, kannst Du direkt zu Schritt 4 springen. Für alle die, die WordPress Seite auf einen anderen Server migrieren wollen geht es hier los:

1. Dateien und Datenbank umziehen

Zuerst müssen wir alle Dateien und die Datenbank auf den neuen Server umziehen. Dafür solltest Du alle WordPress Dateien über FTP herunterladen und auf dem Zielserver hochladen. Das richtige Verzeichnis erkennst Du daran, dass dort Ordner wie wp-admin, wp-content und wp-includes liegen. Dieses komplette Verzeichnis kopierst du auf den neuen Server ins Zielverzeichnis.
Für Fortgeschrittene: tgz-Archiv erstellen und ggf. über curl auf den Zielserver laden und im Zielverzeichnis entpacken.

2. Datenbank exportieren

In der Datenbank sind alle Daten zu Seiten, Beiträge, usw. hinterlegt. Diese Daten müssen natürlich unbedingt mit umgezogen werden. Dazu benutzen wir das Tool phpmyadmin, welches Du hier herunterladen kannst. Den entpackten Ordner legen wir einfach in das Hauptverzeichnis der alten Seite und können es dann über https://www.example.com/phpmyadmin aufrufen und mit den Benutzerdaten aus der wp-config.php anmelden.

Im nächsten Schritt müssen müssen wir die Datenbank exportieren. Dazu wählst Du deine WordPress Datenbank aus und wechselst in den „Exportieren“ Tab.

phpmyadmin Exportieren

Art des Exports kann auf „Schnell – nur notwendige Optionen anzeigen“ bleiben und Format belassen wir auch auf „SQL“. Mit einem Klick auf „OK“ erhalten wir eine SQL-Datei.

3. Datenbank importieren

Nun, wer hätte es gedacht, müssen wir die Datei auf dem Zielserver wieder importieren. Dazu laden wir unseren phpmyadmin-Ordner in das Zielverzeichnis und rufen es wieder auf. Dort gehen wir auf den „Importieren“ Tab und wählen unsere exportierte SQL-Datei bei „Datei auswählen“ aus. Die restlichen Einstellungen lassen wir wie sie sind und klicken auf „OK“.

phpmyadmin Importieren

Und schon haben wir die Datenbank und alle WordPress Dateien auf dem neuen Server und müssen uns jetzt nur noch um das eigentliche „Problem“ kümmern.

4. Search-Replace-DB richtig benutzen

Dazu laden wir den kompletten Ordner in das Zielverzeichnis und öffnen es im Browser. Die Ansicht wird etwa so aussehen und liest bereits automatisch die Datenbank Zugangsdaten aus. Ist das nicht der Fall, kannst Du sie manuell eintragen und auf „update details“ klicken.

Search-Replace-DB Standard Ansicht

Nun tragen wir in der obersten Zeile die alte und die neue Domain nach diesem Schema ein:

search/replace Schema

Mit einem Klick auf „dry run“ können wir uns die Änderungen anzeigen lassen. In diesem Schritt werden noch keine Daten geändert! Über einen Klick auf „view changes“ können wir uns die Änderungen anzeigen lassen und überprüfen, ob die Domain richtig umgeschrieben wird.

search/replace Ergebnis

Wenn die Domains richtig umgewandelt wurden, können wir auf „live run“ klicken. ACHTUNG: Dabei werden Daten in der Datenbank geändert. Diese Aktion kann nicht rückgängig gemacht werden!

Sollte trotzdem mal etwas schief gehen ist das auch kein Problem, da wir einfach den vorherigen Datenbankexport wieder importieren können.

5. Änderungen prüfen und Tool löschen

Abschließend kannst Du prüfen, ob Du Deine Seite wieder erreichst und die Umwandlung erfolgreich war.

Wichtig: Das Tool solltest Du nun unbedingt komplett löschen, damit niemand an deiner Datenbank rum pfuschen kann!

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.