Fachinformatiker/in Ausbildung – Meine Erfahrung!

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Veröffentlicht am 2. Mai 2019Zuletzt aktualisiert am 28. Mai 2020

Du interessierst Dich für den Beruf/die Ausbildung zum/zur Fachinformatiker/in? Prima, dann bist Du hier genau richtig! Denn hier erzähle ich über meine Erfahrungen in der Ausbildung zum Fachinformatiker.

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Die Ausbildung zum Fachinformatiker (Anwendungsentwicklung und Systemintegration) ist eine duale Ausbildung. Das bedeutet, dass es einen schulischen und einen betrieblichen Teil gibt. In der Schule lernt man die Theorie zu den Themen die man in seinem Ausbildungsbetrieb praktisch lernt, wo man hauptsächlich die Erfahrung sammelt. Die Themen sind im Ausbildungsrahmenplan festgelegt und sind für die Zwischenprüfungen & Abschlussprüfungen erforderlich. Im folgenden meine ich mit „Fachinformatiker“ sowohl die männliche, als auch die weibliche Form.

Genug aus der Theorie, jetzt kommen wir mal zu den wichtigsten Fragen für die Du hergekommen bist. Eine Anmerkung aber noch: Im folgenden Erfahrungsbericht beschreibe ich meine Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung, d.h. Themen und Eindrücke können in jeder Ausbildung anders ablaufen!

Was läuft in der Berufsschule?

Schule Moodshot Unsplash

Die theoretischen Themen werden in den meisten Berufsschulen ähnlich ablaufen, da sie stark an der Lehrplan gebunden sind. Im ersten Ausbildungsjahr werden Systemintegratoren und Anwendungsentwickler identisch unterrichtet. Man lernt z.B. Grundlagen der Programmierung, Elektrotechnik, einfache IT-Systeme und Themen aus dem Feld Projektmanagement.

Welche Programmiersprachen unterrichtet werden, ist der Schule freigestellt. In meiner Ausbildung haben wir ein halbes Jahr Python programmiert und die restliche Zeit mit Java weitergemacht. Die Wahl fällt wohl in den meisten Schulen auf Java. In den Abschlussprüfungen wird dann Pseudocode verlangt, also muss dieser nicht von einer bestimmten Programmiersprache sein.

Neben dem fachbezogenen Unterricht hat man aber auch Deutsch, IT-Englisch und Religion in der Berufsschule. Davor sollte man aber keine Panik bekommen, da hier weniger Bücher und Texte gelesen werden, sondern eher Themen wie das 4-Ohren-Modell behandelt werden. Die Inhalte können natürlich je nach Schule und Lehrkraft variieren.

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Gleichzeitig ist das auch ein Punkt den ich an der Ausbildung zum Fachinformatiker kritisieren muss: Ich hätte mir gewünscht Fächer wie Religion lieber durch Mathe ersetzt werden. Mathematische Formeln und Logik sind für Programmierung wichtiger als Religion. Das ist zumindest meine Meinung. Es soll sich hier natürlich niemand angegriffen fühlen.

Nicht nur öde Theorie wird im Unterricht behandelt. Auch praktische Übungen an „lebenden Servern und Switchen“ werden durchgeführt. Außerdem habe ich zusammen mit zwei weiteren Schulkollegen eine App für die Schule entwickelt, die produktiv im Einsatz ist. Das ganze ist im Rahmen des Unterrichts abgelaufen und stellt einen vor neue Herausforderungen, die aber richtig Spaß machen!

Auch wirtschaftliche Aspekte, wie Rechnungswesen und Betriebswirtschaftslehre wird im Unterricht behandelt und ist Bestandteil der Prüfungen.

Ein vollständige Liste aller Lernfelder (Fächer der Berufsschule) findest Du hier.

So ist der Alltag im Ausbildungsbetrieb

Programmieren Moodshot Unsplash

Im Gegensatz zur Berufsschule sind die Aufgaben im Betrieb ganz unterschiedlich. In einigen Betrieben werden SAP-Systeme programmiert. In anderen Java-Anwendungen für Endkunden und in anderen wiederum Websites und Webanwendungen. Ich hatte auch das Glück und durfte den Bereich der Webentwicklung kennen lernen.

Und das ist auch der größte Kritikpunkt, den ich an diesem Ausbildungsberuf kritisiert habe. Bisher!

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Neue Fachrichtungen am 1. August 2020

Allerdings ist ab dem Ausbildungjahr 2020 alles etwas angepasst worden:

Zusätzlich zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung und Systemintegration wird es ab dem 1. August 2020 die Fachrichtungen Daten- und Prozessanalyse und Digitale Vernetzung geben. Es gibt also doppelt so viele Fachrichtungen wie zuvor! Mehr Informationen zu den Änderungen findest Du auf heise.de.

Nichts desto trotz ist die Ausbildung sehr gut! Man hat nach der Ausbildung die Möglichkeit zu studieren und spätestens dort muss man sich für einen Bereich entscheiden. Ob man nun Angewandte Informatik studiert, um richtig in die Welt des Programmierens und der Algorithmen einzutauchen oder sich z.B. für Medieninformatik entscheidet, in der auch die Webentwicklung ein großer Teil ist. Möglichkeiten gibt es also genug.

Der große Irrglauben über Fachinformatiker

Eines muss ich hier noch loswerden. Immer wieder höre ich den Satz: „Informatik ist Mathe“. Das stimmt aber so nicht. Viele Leute lassen sich davon einschüchtern und wählen einen anderen Beruf. Natürlich benötigst Du für manche Programme ein wenig Mathe Kenntnisse. In manchen Branchen mehr, in anderen weniger. Viel mehr kommt es aber auf logisches Denken und Problemlösungen an. Du musst Zusammenhänge erkennen und kreativ sein. Ein Baustein entwickeln und ihn logisch mit einem anderen Verknüpfen. Deshalb würde ich diesen Beruf auch mehr mit „kreativ“ und „logisch“ beschreiben.

FAQ – Das könnte Dich noch interessieren!

Wie viel Gehalt bekommt man?

Diese Frage ist natürlich nicht weniger wichtig. Während der Ausbildung bekommst du eine Ausbildungsvergütung. Diese liegt meist zwischen 800€ und 1100€. Das ist in jedem Betrieb unterschiedlich und kannst du z.B. beim Bewerbungsgespräche erfragen. Nach der Ausbildung erhält man als Fachinformatiker ein wirklich gutes Einstiegsgehalt, welches sich durch Erfahrung und Studienabschlüsse noch stark steigern kann. Auf der Seite get in IT gibt es eine gute Statistik, welche ich hier verlinkt habe.

Wie lange dauert die Ausbildung

Die Ausbildung zum Fachinformatiker dauert in der Regel 3 Jahre. Hat man einen entsprechenden Notenschnitt in der Schule, hat man die Möglichkeit die Ausbildungzeit auf 2,5 Jahre zu verkürzen.

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Sind die Prüfungen schwer?

Nun ja. Das ist natürlich eine sehr individuelle Frage. Mir persönlich fielen die Prüfungen nicht schwer, da mich Informatik sehr interessiert und ich mit ein wenig Vorbereitung gute Ergebnisse erzielen konnte. Wenn einem das Thema nicht liegt und man „faul“ ist, dann ist die Prüfung natürlich auch schwer..

Muss ich Wochenberichte schreiben?

Nein. Während der Ausbildung musste ich Monatsberichte schreiben, die vor der praktischen Prüfung den Prüfern ausgehändigt werden. Es kann natürlich sein, dass andere IHKen das anders regeln. Diese Informationen sind dann dort einzuholen oder direkt bei deinem Ausbilder. Tipp von mir: lieber Berichte direkt schreiben um sich am Ende viel Stress zu sparen.

Mein Fazit für Deine Entscheidung

Die Ausbildung ist für jeden Etwas, der IT lebt und auch vor einem kleinen wirtschaftlichen Teil nicht zurückschreckt. Außerdem hat man als Informatiker einen zukunftssicheren und finanziell gut abgesicherten Job. Wenn Du also jetzt schon fleißig am Programmieren bist und dir das Spaß macht, ist dieser Ausbildungsberuf wohl genau der richtige für Dich!

Außerdem kannst Du wirklich sehr viel lernen und sehr viel coolen Sh*t programmieren! 😉

Detaillierte Informationen und freie Ausbildungsplätze findest Du in diesem Beitrag von Ausbildung.de. Wenn Du Dir immer noch nicht sicher bist, kannst Du auch einen Berufscheck machen, um den passenden Beruf zu finden. Fragen gerne unten in die Kommentare! 🙂

Wenn Du Dich nun schon für diese Ausbildung entschieden hast, findest Du auf dieser Seite noch viele Beiträge rund um das Thema Programmierung & Co.

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